Lebenszufriedenheit in Deutschland - Ein Jahresvergleich mit dem Allbus

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Die Analyse von Lebenszufriedenheit und Faktoren die eben jene beeinflussen, hat in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eine lange Tradition. Ab den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es eine ganze Reihe an Publikationen, besonders in den Vereinigten Staaten, die sich mit Lebenszufriedenheit im weitesten Sinne auseinander setzten. Im Zuge der Ölkrise und des Bericht des Club of Romes The Limits To Growth in den 1970ern wurde erstmals verstärkt nach Alternativen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Indikator für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstand und dem damit verbundenen Wirtschaftswachstum gesucht.

Spätestens seit der Finanzkrise 2007/2008 und den darauf folgenden realwirtschaftlichen Verwerfungen hat die Diskussion um einen alternativen Indikator zum BIP der den Wohlstand einer Gesellschaft misst, wieder an Fahrt aufgenommen, bis hin zur Gründung der Enquete-Kommission Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft des Deutschen Bundestages. Die allgemeine Lebenszufriedenheit der Individuen war eine jener Alternativen, die in den letzten Jahren wieder häufig genannt und diskutiert wurden (siehe Abschlussbericht der Enquete-Kommission 2013).

Um Lebenszufriedenheit als Indikator für Wohlstand überhaupt nutzen zu können, braucht es erstmals eine Methode zur Messung der Lebenszufriedenheit in der Gesellschaft.

Hierin kann das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sicherlich mit als Vorreiter in Deutschland betrachtet werden. In ihrem seit dem Jahre 1984 jährlich erhobenen Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) wurde bereits für deutsche Verhältnisse sehr früh die "'[subjektive] Zufriedeneheit"' der Teilnehmer erhoben (siehe dazu Gert G. Wagner und Schupp 2007).

Seit 2010 wird nun auch in der Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (Allbus) nach der Allgemeinen Lebenszufriedenheit der Teilnehmer gefragt. In meiner Arbeit werde ich auf den Allbus 2012 und den Allbus 2010 zurückgreifen und den Einfluss einiger wirtschaftlichen sowie sozialer Faktoren auf die allgemeine Lebenszufriedenheit analysieren. Das Ziel ist hierbei herauszufinden, ob Lebenszufriedenheit maßgeblich durch wirtschaftliche Komponenten beeinflusst wird, wie einige Publikationen nahe legen (siehe Paul Dolan 2008) oder ob Lebenszufriedenheit nicht viel mehr hauptsächlich von sozialen, nicht-ökonomischen Faktoren abhängt, wofür sich ebenfalls in der Literatur einige Belege finden lassen (siehe Christian M. Heidl 2012). Des Weiteren soll untersucht werden ob sich die durchschnittliche Lebenszufriedenheit zwischen den beiden Jahren verändert hat und ob in den beiden Jahren andere Einflussfaktoren eine signifikante Rolle spielen. Ich werde zunächst in Kapitel 2 mein methodisches Vorgehen erklären. Das heißt genauer beschreiben welche Verfahren und Regressionsmodelle ich für die Analyse verwendet habe. Kapitel 3 gibt anhand deskriptiver Statistik einen Überblick über die Variable Lebenszufriedenheit und einen ersten Eindruck über die Beziehungen zwischen Lebenszufriedenheit und den unabhängigen Variablen mittels Korrelationskoeffizienten und Effektgrößen. Zusätzlich werde ich in diesem Abschnitt versuchen herauszufinden ob Multikollinearität in den unabhängigen Variablen vorliegt. In Kapitel 4 wird zunächst die Theorie hinter den verwendeten Regressionsmodelle erklärt und dann die Ergebnisse aus den diversen Regressionen präsentiert. Ebenfalls wird eine erste Einschätzung der Validität der Ergebnisse gegeben. Schließlich werden in Kapitel 5 als Abschluss die verschiedenen Ergebnisse nochmals zusammengefasst und bewertet und es wird ein Ausblick auf mögliche weiterführende Untersuchungen gegeben.