Welche Faktoren beeinflussen die Arbeitslosigkeit beim Berufseinstieg in den OECD Ländern?

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Die OECD mit Sitz in Paris ist eine Internationale Organisation mit derzeit 34 Mitgliedsländern. Alle Mitgliedsländer weisen ein hohes Pro-Kopf-Einkommen auf und sind als entwickelte Länder anzusehen. Im Volksmund werden sie als reich bezeichnet.

Seit der Gründung im Jahr 1961 verfolgt die OECD folgende Ziele: Förderung von nachhaltigem Wirtschaftswachstum, hohe Beschäftigung und Steigerung des Lebensstandards sowie Sicherung der finanziellen Stabilität und Unterstützung der Entwicklung anderer Länder. Des Weiteren hat sich die OECD das Wachstum des Welthandels zum Ziel gesetzt. Um diese Ziele realisieren zu können, werden Daten über die wirtschaftliche Situation in den OECD Ländern benötigt. Kontinuierlich führt die OECD deshalb Messungen über die Entwicklung der Wirtschaft durch, woraus Statistiken erstellt werden, die dazu dienen, die Zielerreichung beurteilen und bewerten zu können. Somit sind die Statistiken der OECD für politische und wirtschaftliche Entscheidungen wesentlich, d.h. der Rat der OECD spricht auf Basis der OECD Statistiken Maßnahmeempfehlungen für Wirtschaft und Politik aus.

Die OECD entwickelt Indikatoren und Messmethoden. (OECD 2012, Einführung) Sie hat beispielsweise den Indikator Arbeitslosigkeit konstruiert, nach dessen Definition derjenigen als arbeitslos bezeichnet wird, der angibt, dass er dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und angibt, dass er sich in den letzten vier Wochen aktiv um eine Stelle bemüht hat. Was unter aktiven Schritten zu verstehen ist, legt die Internationale Arbeiterorganisation fest. Aktive Schritte liegen ihrer Definition dann vor, wenn Bewerbungen auf Stellenausschreibungen geschrieben werden, Besuche in Fabriken abgestattet, Baustellen oder anderen Arbeitsstätten besichtigt werden und Stellengesuche in Zeitungen aufgegeben werden. Zudem gehört die Registrierung beim Arbeitsamt dazu.

Ergänzend zum Indikator Arbeitslosigkeit hat die OECD den Indikator Inaktivität entworfen, weil der Indikator Arbeitslosigkeit sehr davon abhängt, wer im jeweiligen Arbeitsamt in einem OECD Land registriert wird. Tatsächlich bestimmen die Gesetze darüber. Allerdings wird die Umsetzung der Gesetze von der Höhe der Arbeitslosigkeit bestimmt. Wenn die Arbeitslosigkeit in einem OECD Land sehr hoch ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine arbeitslose Person nicht registriert wird, weil eine hohe Arbeitslosigkeit in einem Land demotivierend wirkt.

Der Indikator Inaktivität wird nicht auf der Basis der Erwerbsfähigen in einer Altersgruppe berechnet, sondern auf Basis der Bevölkerung in der jeweiligen Altersgruppe. Dadurch unterscheidet sich der Indikator Arbeitslosigkeit vom Indikator Inaktivität. Die statistischen Messungen der Inaktivität erfasst auch diejenigen, die nicht beim Arbeitsamt registriert sind. Wird der Indikator Inaktivität auf Jugendliche bezogen, so werden all diejenigen erfasst, die weder in der Schulausbildung, in der Berufsausbildung noch in einem Beschäftigungsverhältnis sind. Was unter der Schul- bzw. Berufsausbildung zu verstehen ist, ist allgemein bekannt, obwohl die Bildungssysteme in den OECD Ländern unterschiedlich sind. Was aber unter Beschäftigung zu verstehen ist, definiert die Internationale Labororganisation. Sie legt fest, dass jeder in einer Beschäftigung ist, der für Lohn und für mindestens eine Stunde in einer Berichtswoche arbeitet.

Die statistischen Messungen des Indikators Inaktivität ist demzufolge wenig von nationalen Situationen abhängig und sehr gut für den internationalen Vergleich geeignet. Dennoch wird in der folgenden Arbeit der Indikator Arbeitslosigkeit verwendet, da der Datensatz des Indikators Inaktivität zum Zeitpunkt der Erstellung der Arbeit nicht lückenlos war. Von dieser und anderen aus den Medien bekannten Definitionen der Arbeitslosigkeit weicht die Definition Arbeitslosigkeit aus der Makroökonomie ab. Man spricht von struktureller Arbeitslosigkeit.

In der Makroökonomie liegt Arbeitslosigkeit nur dann vor, wenn das Arbeitsangebot größer ist als die Arbeitsnachfrage der privaten Unternehmen und der öffentlichen Hand zum Marktlohn. Dabei besteht das Arbeitsangebot aus der Anzahl der Erwerbsfähigen und der Anzahl der Arbeitslosen. Die Arbeitsnachfrage bestimmt die Anzahl der Beschäftigten und die Anzahl der offenen Stellen. (Wohltmann 2012) Die Differenz zwischen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage bestimmt die Höhe der Arbeitslosigkeit. Und die Aufteilung zwischen Angebot und Nachfrage bleibt dem Reallohn überlassen, der aufgrund von zentralen Tarifverhandlungen mit Gewerkschaften langfristig festgelegt wird und daher nicht flexibel ist. Er kann sich also nicht so anpassen wie es erforderlich wäre, damit der Arbeitsmarkt geräumt wird. Dabei stärken die Gewerkschaften die Verhandlungspositionen der Arbeitnehmer und beeinflussen nicht nur die Löhne der Arbeitnehmer, die in Gewerkschaften sind, sondern auch die Löhne der Arbeitnehmer, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind.

Mit Ausbruch der Wirtschaftskrise im Jahr 2008/2009 stieg die Arbeitslosigkeit, weil die Arbeitsnachfrage zum gegebenen Marktlohn im Vergleich zum Vorjahr geringer war. Wäre der Marktlohn ebenso gesunken, so wären die Unternehmen bereit gewesen mehr Arbeitnehmer nachzufragen. Doch wie der Konjunktiv verdeutlicht, war die Bezahlung eines geringeren Marktlohnes nicht möglich. Arbeitnehmer, die bereits ihre Arbeit verloren hatten, hatten demzufolge eine geringere Chance auf Neuanstellung. Und diejenigen, die angestellt waren, unterlagen einem höheren Risiko auf Arbeitslosigkeit. Zwischen 2008 und 2009 stieg in den OECD Ländern die Arbeitslosigkeit durchschnittlich um 37% und betraf verstärkt diejenigen, die zwischen 15 und 24 Jahre alt waren.