Abtreibungen: Weil Kind und Karriere unvereinbar sind

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Berliner Morgenpost vom 28.06.2007 Pressemitteilung Nr. 108 vom 14.03.2007 des Statistischen Bundeamt
Abtreibungen: Weil Kind und Karriere unvereinbar sind

Berlin - Beweggrund für einen Schwangerschaftsabbruch ist zumeist die "Unvereinbarkeit mit Familie und Beruf", sagt Eugenie Alfert-Hölner, Leiterin der Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte der Arbeiterwohlfahrt in Dortmund. Eine Studie des Statistischen Bundesamtes belegt: 79,5 Prozent aller Abtreibungen werden bei Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, im typischen Ausbildungs- und Karrierealter, vorgenommen.

Von den 119 710 Frauen, die sich im vergangenen Jahr für eine Abtreibung entschieden haben, waren 61 919 ledig. Insgesamt 40,7 Prozent waren zum Zeitpunkt des Eingriffs kinderlos. 80 Prozent der Abbrüche wurden in den ersten beiden Schwangerschaftsmonaten durchgeführt.

In 70 950 Fällen entschieden sich die Frauen gegen das Kind, weil sie bereits Mutter waren. Das Gros derer war zwischen 25 und 30 Jahre alt und einfache Mutter. 187 Frauen waren minderjährig.

In den neuen Ländern treiben mehr Mütter ab als im alten Bundesgebiet - und außerdem später während der Schwangerschaft. Insgesamt ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche leicht gesunken. Im Vergleich zu 1996 ist die Quote je 10 000 Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren um vier auf 72 Fälle gefallen.

Medizinischen oder kriminologischen Hintergrund haben 2,6 Prozent aller Abtreibungen. sv

3,5% weniger Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2006

WIESBADEN – Im Jahr 2006 wurden dem Statistischen Bundesamt fast 120.000 Schwanger­schaftsabbrüche in Deutschland gemeldet und damit etwa 3,5% (– 4.300) weniger als 2005.

Knapp drei Viertel (71%) der Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt, 16% zwischen 35 und 39 Jahren. Gut 7% der Frauen waren 40 Jahre und älter. Bei den unter 18-Jährigen ging die Zahl im Vergleich zum Jahr 2005 um 657 auf rund 6.600 (Anteil von 5,5%) zurück. Fast 41% der Schwangeren hatten vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt.

Über 97% der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungs­regelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in weniger als 3% der Fälle die Begründung für den Abbruch. Die meisten Schwanger­schaftsabbrüche (77%) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt. Bei gut 9% der Schwangerschaftsabbrüche wurde das Mittel Mifegyne® verwendet.

Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant (97%), und zwar zu 78% in gynäkolo­gischen Praxen und 19% ambulant im Krankenhaus. 5% der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.

Im vierten Quartal 2006 wurden rund 28.000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet, das sind 4% weniger als im vierten Quartal 2005.

Diese und viele weitere gesundheitsbezogene Daten finden sich auch unter der Adresse www.gbe-bund.de.

Weitere Auskünfte gibt: Zweigstelle Bonn, Hans-Jürgen Heilmann, Telefon: (01888) 644-8154,

E-Mail: schwangerschaftsabbrueche@destatis.de


Was an dem Artikel in der Berliner Morgenpost zunächst auffällt ist, die Verwendung von sehr vielen Zahlen. Das legte die Vermutung nahe, dass tatsächlich Zahlen aus einer Studie des Statistischen Bundesamtes genutzt wurde. Die Recherche förderte die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes zu Tage. Die konkreten Zahlen lassen sich von Webseiten des statistischen Bundeamtes entnehmen (siehe Das Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes).

Offensichtlich wurden jedoch die Zahlen des Statistischen Bundesamt für unterschiedliche Schlagzeilen (Abtreibungen: Weil Kind und Karriere unvereinbar sind - 3,5% weniger Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2006) genutzt. In dem Artikel der Morgenpost werden die Zahlen zusätzlich mit der Aussage von Frau Alfert-Hölner verbunden. Deren Aussage wird gestützt durch den Satz "Eine Studie des Statistischen Bundesamtes belegt:" und damit der Eindruck erweckt, dass die Aussage durch die Studie des Statistischen Bundesamtes gestützt wird.

Ein Anruf im Juni 2007 bei der entsprechenden Stelle im Statistischen Bundesamt ergab jedoch, dass es ausser der Pressemitteilung keine Studie gibt. Insbesondere erhebt das Statistische Bundeamt keine Daten darüber, ob Frauen abtreiben wegen ihrer Karriere! In der Konsequenz ist dieser Artikel eine Irreführung der Leser.